Open Source Projekt: Neutrale Leistungen

Immer wieder bekomme ich Anfragen zu Umsetztabellen von GOÄ auf EBM und ich muss dann jedesmal erklären, dass das so nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, da die beiden Gebührenordnungen unterschiedlichen Bewertungsgrundlagen und Leistungsbeschreibungen folgen.

Besonders deutlich wird dies am Katalog „Chirurgie“. Während in der GOÄ die Einzelleistung dezidiert beschrieben wird,  nennt der EBM lediglich Art, Ort und Dauer des Eingriffs. Ein Mapping der beiden Gebührenordnungen aufeinander ist ohne ein Brückenelement (neutrale Leistung) nicht möglich.

Als Ausgangspunkt eines solchen Brückenelemts bietet sich an, einen Katalog von diagnose- und behandlungsorientierten Leistungsbeschreibungen zu entwickeln, der das Handeln des medizinischen Personals abbildet. Diesem Katalog können dann die verschiedenen im Krankenhaus gebräuchlichen Klassifikationssysteme, Behandlungspfade, Abrechnungspositionen und Dokumentationsanforderungen zugeordnet werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: das medizinische Personal kann ohne besondere Kenntnisse der Verwaltungsebene das Qualitäts- und Verwaltungsmanagment eines Krankenhauses spürbar unterstützen.

Die Idee ist nicht neu und viele KIS-Hersteller bieten in ihren Systemen die Möglichkeit zur Erstellung von Hauskatalogen neutraler Leistungen an. Oft sind bereits solche Kataloge vorformuliert. Was mich jedoch verwundert, ist die Tatsache, dass ich dennoch solche Anfragen erhalte. Es scheint also ein Bedürfnis nach über die vom Markt angebotenen Lösungen hinaus zu geben.

Nun ist es jedem unbenommen, hier Individuallösung zu erarbeiten. Mir erscheint es aber als eine gute Idee, eine internetgestützte Community zu etablieren, an der jeder Interessierte mitarbeiten kann. Die setzt Synergien frei.

Unter www.neutrale-leistungen.de wurde jetzt hierfür eine Internet-Domain eröffnet. Den Blog dazu finden Sie unter www.neutrale-leistungen.de/wordpress/ . Die Diskussion dort ist für alle Interessierten offen.

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2 Antworten to “Neutrale Leistungen”

  1. Rainer Ferstel Says:

    Mag ja sein, dass Sie mit damit ein gutes und notwendiges Projekt anstoßen wollen, aber der Eindruck, es handelt sich dabei um eine Totgeburt, lässt sich schwer vermeiden.

    Ich arbeite an einem Klinikum und glauben Sie mir, von so was würde ich träumen. Aber mein Berufsalltag frisst mich auf. Ich kann mich da nicht auch noch in so ein Projekt einklinken – und ich bin sicher, vielen meiner Kollegen geht es ähnlich.

    Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen Erfolg. Meine Zweifel seinen mir erlaubt.

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