Neulich fragte ich meine Krankenkasse, was meine Frau (45) monatlich an Versicherungsbeitrag zahlen müsste, wenn sie sich privat versichern würde. Die Antwort, die mich aus allen Wolken fallen ließ, lautete 784,76 Euro pro Monat, also 9417,12 Euro jährlich.

Laut Statistik liegen die jährlichen Krankheitskosten1 einer 45 – 64 jährigen Frau bei 3050 Euro / Jahr, also bei 254,17 Euro / Monat.

Die während eines ganzen Lebens auflaufenden Krankheitskosten1 belaufen sich

  • für Frauen (Ø Lebenserwartung 80 Jahre) auf 258.400 Euro,
  • für Männer (Ø Lebenserwartung 75 Jahre) auf ca. 186.000 Euro.

Noch mal zur Verdeutlichung:

  • eine Frau erzeugt in den 20 Jahre zwischen 45 und 64 Krankheitskosten von im Durchschnitt 61.000 Euro, das ist etwas weniger als 3/12 der durchschnittlichen lebenslangen Krankheitskosten.
  • eine Frau zahlt in den 20 Jahren zwischen 45 und 64 ohne Beitragsanpassung 188.342,40 Euro Krankenversicherungsbeitrag (mit Beitragsanpassung also weit über 200.000 Euro), das sind ca. 8/12 der lebenslangen Krankheitskosten.

Diese Zahlen und noch viel mehr findet man auf den Seiten zur Gesundheitsberichtserstattung des Bundes im Internet. So lässt sich aus den dort abrufbaren Statistiken auch folgendes ableiten:

  • Von der Wiege bis zur Bahre generiert jeder Bürger einen monatlichen Betrag von 239,17 Euro an Krankheitskosten. Pro Jahr ergibt das bei 80 Millionen Bürgern ein Gesamtvolumen von  229.600.000.000 Euro
  • Die Gesamtausgaben der Krankenversicherung betragen:
    GKV 153 Mrd. (etwa 66,3% des Gesamtvolumens),
    PKV 23,5 Mrd. (etwa 10,5% des Gesamtvolumens).

1 Unter Krankheitskosten versteht man die unmittelbar mit einer medizinischen Heilbehandlung, Präventions-, Rehabilitations- oder Pflegemaßnahme verbundenen Ausgaben. Hierzu zählen auch sämtliche Verwaltungskosten. Nichtmedizinische Aufwendungen, beispielsweise für private Arztfahrten, oder die unentgeltliche Pflege von Angehörigen bleiben dagegen unberücksichtigt.

Die Krankheitskosten entsprechen den so genannten laufenden Gesundheitsausgaben und liegen rund zehn Milliarden Euro niedriger als die gesamten Gesundheitsausgaben. In diesen sind zusätzlich Ausbildungs- und Forschungsleistungen sowie Investitionen im Gesundheitssektor enthalten, die wegen ihres speziellen Vorleistungscharakters bei den Krankheitskosten unberücksichtigt bleiben.

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