endete ein Fall aus dem Bekanntenkreis. Seit ca. drei Jahren klagte eine heute 45-jährige Frau über allgemeine Antriebsarmut und Erschöpfungszustände. Die sie behandelnden Ärzte diagnostizieten zuerst depressive Verstimmung und verordneten leichte Antidepressiva. Der Zustand meiner Bekannten besserte sich jedoch nicht – im Gegenteil. Die Erschöpfungszustände verschlimmerten und sie wurde allmählich dünn und durchscheinend. In der Folge bekam sie immer stärkere Antidepressiva verordnet. Die einhergehenden Wesensveränderungen führten schließlich zum Verlust des Jobs. Das ist jetzt ca. ein Jahr her und ich habe länger nichts von ihr gehört.

Neulich erfuhr ich von ihrem Lebensgefährten, dass während eines fast zwei Monate währenden Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik eine junge Ärztin den wahren Grund der vermeintlichen Depression herausfand: Morbus Addison.

Sicher, diese Krankheit ist ziemlich selten (etwa 5 auf 100.000 Personen), aber hätte eine auf Evidence-Based-Medicin fußende Diagnostik hier nicht zu einer deutlich früheren Diagnose geführt – zumal die Therapie aufgrund der Anfangsdiagnose keine Erfolge brachte?

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