Wann kommt endlich die neue GOÄ?

In diesem Jahr bestimmt nicht mehr und wahrscheinlich auch im nächsten noch nicht. Ja, es gibt noch nicht einmal einen Termin für die Verhandlungen zwischen Bundesärztekammer und dem Bundesministerium für Gesundheit.

Sorge bereitet der Bundesärztekammer die Einführung einer sogenannten Öffnungsklausel, die es den Privatversicherern ermöglichen soll, direkt mit den Leistungserbringern zu verhandeln. Wird diese Öffnungsklausel in der Novelle der GOZ eingeführt, so wird sie in der GOÄ kaum zu verhindern sein. Auch aus diesem Grunde warten alle gespannt auf die Novellierung der GOZ.

Dr. Franz Gadomski, Vorsitzender des Ausschusses Gebührenordnung bei der Bundesärztekammer (BÄK), warnt vor einer solchen Entwicklung, da sie der PKV und Beihilfeträgern die Chance böten, Einkaufsmodelle nach Gutsherrenart zu entwickeln und sich eine privatärztliche Versorgung vorbei an der GOÄ zu erkaufen.

Für den Verband der Privaten Krankenversicherer ist dies der wohl interessanteste Aspekt der neuen GOÄ, denn die PKV möchte stärker Einfluss auf Preise, Mengen und Qualität von Arzneien, Methoden und Heilbehandlungen nehmen. Dr. Volker Leienbach, Verbandsdirektor der PKV, reklamiert für die Privatversicherung nachdrücklich die Kompetenz, zwischen schlechter und guter, überflüssiger und nützlicher Versorgung zu unterscheiden und dies in der Vergütung zum Ausdruck kommen zu lassen.

Einbußen auf seiten der Ärzte können aber nicht geduldet werden, beteuert Gadomski, denn in den letzten 25 Jahren sei der Punktwert gerade mal um 14% gestiegen, während im gleichen Zeitraum die Betriebskosten in den Praxen sich verdoppelt hätten.

(Quelle: Deutsche Ärztezeitung)
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